
In diesem vermutlich letzten Brief des Paulus wird deutlich, dass ein Leben mit Jesus Christus kein Spaziergang ist. Aber trotz aller Belastung lohnt es sich, am Glauben festzuhalten. Das wird hier entfaltet.

V 3 - 5: Ich danke Gott... Paulus beginnt alle seine Briefe mit einem Dankgebet, nicht mit Befehlen, Ermahnungen odor Kritik. Paulus lebt in der Dankbarkeit gegen Gott - das geht zurück bis in seine Kindheit, bis zu seinen Vorfahren, ist aber nicht nur Tradition, sondern eigene Grundhaltung mit reinem Gewissen. Gott hat Timotheus zum Glauben an Jesus geführt, vorbereitet durch seine Mutter Eunike und seine Großmutter Lois; das ist
Grund zum Danken.
Paulus und Timotheus verdanken ihren Eltern Entscheidendes im Blick auf den Glauben, aber sie haben beide dieses Erbe mit Leben gefüllt. Sie sind so eng verbunden, dass Paulus seinen jungen Mitarbeiter zu sich nach Rom ruft, obwohl er selbst in Lebensgefahr ist (vgl. 2. Tim 4, 9).
V 6 - 8: Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserem Herrn. Timotheus steht wie Paulus im Dienst am Evangelium. Dazu hat Gott ihn durch seinen Geist in besonderer Weise ausgerüstet. Aber: Timotheus fürchtet sich und ist dadurch in seinem Dienst gehemmt. Warum? Weil Paulus im Gefängnis liegt, weil er Ähnliches für sich befürchtet? Gott
schenkt den Mitarbeitern am Evangelium nicht nur die nötige Begabung, sein Geist schenkt auch die Kraft, die Furcht zu überwinden.
V 9 - 11: Er hat uns selig gemacht und berufen. Das Evangelium (V 8) ist die gute Nachricht, dass Gott die Menschheit aus der Macht der Vergänglichkeit der Sünde und des Todes gerettet hat. Wir haben das nicht verdient - er schenkt es uns. Er hat diesen Rettungsplan vor aller Zeit schon beschlossen - für uns unvorstellbar und zugleich großartig. Die Rettung geschah da durch, dass der Gottessohn Mensch wurde und unter uns erschien; durch Kreuz und Auferstehung brach er die Macht des Todes und öffnete uns Menschen die Tür zum ewigen Leben. Was ein für allemal durch Jesus geschah, muss allen Menschen weitergesagt werden durch Paulus und Timotheus (und uns).
V 12 - 15: Dieses kostbare Gut ... bewahre. Wer diese gute Nachricht weitergibt, erlebt Widerstand und Enttäuschungen. Kommt der Widerstand von den Nichtchristen, so kommen die Enttäuschungen oft von den Christen, auch von solchen, die Verantwortung tragen und dadurch bekannt sind (Phygelus und Hermlogenes). Christen können diese Belastungen durchstehen, dafür ist Paulus ein Beispiel.
Er rechnet mit der Treue Jesu, der ihn festhalten wird bis an jenem Tag, wenn Christus wiederkommt. Timotheus fordert er auf durchzuhalten. Was er Jahre hindurch von Paulus gehört und was Paulus ihm zugleich vorgelebt hat, das soll Timotheus in Glauben und Liebe nun selbst nachleben.
V 16 - 18: Der Herr gebe Barmherzigkeit dem Hause des Onesiphorus. Das Vorbild des (vermutlich inzwischen verstorbenen) Onesiphorus soll dem Timotheus Mut machen, sich zum gefangenen Paulus zu bekennen, ihn in Rom aufzusuchen und sich um den gefangenen Apostel zu kümmern. Onesiphorus hat übrigens nicht nur durch eine solche Reise Mut bewiesen, er hat sich auch im Gemeindealltag in Ephesus bestens bewährt. Gott segnet solche Treue auch über den Tod eines Mitarbeiters hinaus an der Familie.

Christen brauchen Ermutigung
- weil Leiden, Verachtung und Enttäuschung an Menschen... zum normalen Christenleben gehören;
- um Furcht und Scham, Trauer und Tränen zu überwinden.
Was uns neuen Mut gibt:
- Gottes Handeln in unserem Leben (das begann bei unseren Vorfahren, das geschah schon in unserer Kindheit; vgl. 2. Tim 3,15);
- Gottes Geist, der uns Begabungen (Charismen) schenkt und uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit füllt;
- die gute Nachricht von der großen Rettung: von Ewigkeit her geplant, sichtbar geworden in der Krippe, verwirklicht durch Kreuz und Auferstehung Jesu, vollendet am Tag Christi und im ewigen Leben;
- eine Botschaft, die uns erreicht hat und die wir weitergeben dürfen. Weil Gott uns neuen Mut schenkt, dürfen wir den Glauben festhalten, die Scham überwinden, unsere Begabungen neu entfachen, das Evangelium festhalten und weitergeben und für Christus leiden.

- Beschreibt die Beziehung zwischen Paulus und Timotheus.
- Was sagt Paulus über seine Beziehung zu Jesus Christus?
- Welche Aufgaben haben Paulus und Timotheus gegenüber der Gemeinde?
- Was soll in der Gemeinde gelehrt werden?

- Gott führt Menschen auf ganz unterschiedlichen Wegen zum Glauben (Paulus verfolgte die Gemeinde, bevor er Jesus kennenlernte; Timotheus wuchs in den Glauben hinein). Wie hat Gott Dich zum Glauben geführt?
- Paulus fordert Timotheus auf, eine längst empfangene Gabe neu zu beleben (V 6). Was bedeutet das für uns?
- Paulus mußte um des Glaubens willen leiden. Dazu gehören heute manchmal auch Diskriminierungen und Zurücksetzungen. Wie werden wir damit fertig?
- Gute Vorbilder machen uns Mut, schlechte Vorbilder hemmen uns im Glauben. Gibt es unter uns entsprechende Erfahrungen?
- Timotheus wurde durch den Glauben seiner Mutter und seiner Großmutter gesegnet. Das macht allen Mut, die Kindern im Rahmen der Familie, der Gemeinde und darüber hinaus biblische Inhalte vermitteln. Kennt Ihr die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde, die lehren? Nennt ihre Namen und betet für ihren Dienst.
|