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im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 4Siehe, der Bräutigam kommt
Von Martin Eichholz
lesenMatthäus 25, 1-13

lernen

Jesus kommt wieder! - Auf diese Aussage reagieren Menschen sehr unterschiedlich. Die einen rechnen sehr konkret mit der Wiederkunft Jesu. Manche setzen alles daran, mit zu den "Auserwählten" zu gehören. Andere behaupten: Jesus ist nun schon fast 2000 Jahre nicht wiedergekommen, also wird es bis zu seiner Wiederkunft auch noch eine ganze Weile dauern. Und sie machen es sich bequem in dieser Welt. - Wie sieht heute angemessenes Warten auf die Wiederkunft Jesu aus?

erklären

V 1: Zehn junge Frauen, Freundinnen der Braut, sind mit Lampen aufgezogen, um in einem feierlichen Lichtzug den Bräutigam in das Hochzeitshaus zu geleiten. Doch der Bräutigam verspätet sich.

Diese Geschichte ist ein Bild für die Wiederkunft Jesu: Jesus ist der Bräutigam (Mt 9, 15; Joh 3, 29), die "Jungfrauen" sind die Jünger. Sie warten darauf, dass Jesus wiederkommt (Mt 24, 30; Joh 14, 3; Apg 1, 11). Doch seine Wiederkunft verzögert sich (vgl. 1 Petr 3, 9).

V 2 - 8: Zwei Gruppen von wartenden Frauen werden nun vorgestellt. Die einen werden als "töricht, gedankenlos" bezeichnet, die anderen dagegen als "klug". Vieles haben beide Gruppen gemeinsam: Beide nehmen ihre Lampen. Beide gehen dem Bräutigam, Jesus, entgegen. Beide werden schläfrig. Beide schlafen ein. Beide erwachen durch das laute Rufen, dass der Bräutigam kommt. Beide stehen auf und bringen ihre Lampen in Ordnung. Der einzige entscheidende Unterschied liegt darin, dass die Törichten vergessen haben, noch einen Krug mit Öl zum Nachfüllen ihrer Lampen mitzunehmen. Das hat also nichts mit Intelligenz oder Dummheit zu tun. Die Klugheit der einen Gruppe wird nur daran deutlich: Sie haben die Möglichkeit mit einkalkuliert, dass der Bräutigam sich verspäten könnte. So kritisiert Jesus auch nicht das Einschlafen. Das Schlafen nach langem Warten ist natürlich. Auch die Klugen sind ja eingeschlafen. Was Jesus kritisiert, ist die Gedankenlosigkeit der Törichten, sich auf das allzu baldige Kommen des Bräutigams eingestellt zu haben. Vorsorge ist nicht immer mangelnder Glaube.

Die Klugen besitzen genug Öl. Aber was ist mit diesem Begriff gemeint, der für das Verständnis dieses Textes so wichtig ist? Sieht man sich die Kommentare zu dieser Stelle an, so kann man feststellen, dass es dazu keine einheitliche Deutung gibt. Fast jeder Ausleger scheint etwas anderes unter dem Begriff "Öl" zu verstehen. (Zum Beispiel Gehorsam und Treue, heiligmachende Gnade, Gottes Wort, praktische Werke des Glaubens, Bibellesen und Gebet. Mitarbeit im Zeugendienst, Gemeinschaft, Befreiung von der Macht der Gebundenheit und vieles andere mehr.)

Auch die Bibel selbst bietet keine eindeutige Erklärung. So wird das "Öl" öfter auf den Heiligen Geist bezogen (Sach 4; 2. Kor 1,21 ff.; 1. Joh 2,27). Es kann aber auch Freude versinnbildlichen (Ps 45, 8; Jes 61,3; Hebr 1,9) und ist bei der Heilung von Krankheiten von Bedeutung (Mk 6,13; Lk 10,34; Jak 5,14). Versuchen wir, diese und andere Bibelstellen zusammenzufassen, so fällt auf: An fast allen Stellen schafft Gott neues, sinnerfülltes Leben. Am besten verstehen wir daher "Öl" als Leben in der Nachfolge Jesu.

So sind die Klugen die, die im Glauben treu geblieben sind bis zur Wiederkunft ihres Herrn. Sie sind in Christus geblieben (2. Kor 5,17; Joh 15, 4f.) und haben immer wieder seine Vergebung in Anspruch genommen. Die Törichten sind Jesus nicht treu geblieben Ihr Glaubensleben hat darunter gelitten (Eph 4, 30: 1 Kor 11, 29ff.). Nach den Sendschreiben in der Offenbarung gibt es sogar ein Totsein, wenn der Gehorsam Jesus gegenüber abstirbt (Offb 3, 1ff.). Die Törichten haben begonnen, mit Jesus zu leben Aber ihr Glaube hatte keinen Bestand. Nach außen wurden vielleicht die traditionellen Formen noch gewahrt Aber in ihnen gab es kein Leben mehr. Dabei stand ihnen der Heilige Geist. Gottes ausgestreckte Hand. zur Verfügung. Doch sie haben ihn nicht in Anspruch genommen und sind in ihrem Glauben, Lieben und Hoffen abgestorben.

V 8 -12: Mit Recht weisen die Klugen die Bitte der Törichten ab, von ihrem Ölvorrat abzugeben. Der Festzug wäre gefährdet, wenn das Öl auf alle verteilt würde und dann nicht reichte. Was wäre das für eine Schande! So werden die Törichten an die Händler verwiesen. Doch während sie unterwegs sind, kommt der Bräutigam. Im entscheidenden Augenblick sind sie nicht da. Durch ihre Gedankenlosigkeit haben sie sich selbst von dem großen Freudenfest ausgeschlossen. Sie haben kein Recht mehr mit zu feiern, weil ihre Aufgaben nicht erfüllt, den Glauben nicht durchgehalten haben. Der verspätete Ruf: Herr, Herr, tu uns auf! hilft nicht mehr. Für solche Menschen ist Jesus ja nur noch formal der "Herr". Während die Klugen, die treugebliebenen Jünger Jesu, die ewige Gemeinschaft mit dem wiederkommenden Herrn erleben, ist es für die anderen zu spät. Jesus schließt sie aus seinem Reich aus. Die Tür bleibt zu (Mt 7. 21)! Ein hartes Wort. Darum gilt: Wachet! Seid bereit! (Mt 24, 42.44) . Jesus ruft auf zur Nachfolge in der Erwartung seiner Wiederkunft (vgl. 1. Kor 16, 13). "Dieses Gleichnis will die Müden wachmachen; aber es will nicht die Wachen zu Überreaktionen verleiten. Sie sollen Gottes Wirklichkeit so ernst nehmen, dass sie schon jetzt jederzeit in ihrem Leben mit ihrem Einbruch rechnen" (Eduard Schweizer).

bündeln

Jesus will uns davor bewahren, im Blick auf seine Wiederkunft gedankenlos und unvorbereitet zu sein.

Sowohl Endzeithysterie als auch trügerische Sicherheit sind falsche Reaktionen. Die richtige Verhaltensweise ist, im Glauben Jesus treu zu bleiben.

Jesus schließt die, die nur einen Anfang im Glauben gemacht haben, ihm dann aber nicht treu geblieben sind, von der ewigen Gemeinschaft mit sich aus.

Ob jemand in Gottes Reich aufgenommen wird, entscheidet sich an seinem Verhältnis zu Jesus schon während seines Lebens auf der Erde.

Es gibt ein Zuspät. Darum ist es so wichtig, auf die Wiederkunft Jesu vorbereitet zu sein.

vertiefen

  1. Vergleicht diesen Text in verschiedenen Übersetzungen. Wie werden die jungen Frauen beschrieben?
  2. Was machen die jungen Frauen falsch?
  3. Was verpassen die jungen Frauen?
  4. Fasst die "Moral der Geschichte" in einem Satz zusammen.

anwenden

  1. Wie können wir einer "geistlichen Ölkrise" vorbeugen oder ihr begegnen, wo sie schon eingetreten ist?
  2. Gibt es das auch bei uns, dass traditionelle geistliche Formen praktiziert werden, ohne dass sich darin noch wirkliches Leben wiederfindet?
  3. Hat die Wiederkunft Jesu für unsere Lebensführung sichtbare Auswirkungen? Wo?
  4. Können wir uns auf die Wiederkunft Jesu freuen?
  5. Es gibt ein Zuspät. Prägt diese Tatsache unser Denken und Handeln?
  6. Gibt es auch Überreaktionen im Blick auf die Wiederkunft Jesu? Wie können wir sie vermeiden?
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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