Missionarische Gemeindedienste Missionarische Gemeindedienste
(Heimatmission)
im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

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Teil 2Große Texte der Bibel II:
Überblick Neues Testament
Einheit 7Eine neue Zeit beginnt
Von Prof. Dr. Friedhelm Munzel
lesenLukas 2, 1 - 21

lernen

Als Jesus geboren wurde, herrschte keine Weihnachtsstimmung, sondern Entrechtung, Demütigung und Gewalt. Gegen das weltliche Imperium steht das Heilshandeln Gottes. Die Ärmsten erfahren als erste die Freudenbotschaft.

erklären

V 1 - 2: Die Verordnung. Die Schätzung ist eine Besteuerung auf der Grundlage von Heimatzugehörigkeit und Vermögen. Menschen werden verfügbar und erfaßbar.

V 3 - 5: Der Weg. Josef - er entstammt der Königslinie (Lk 3, 31) - ist in Bethlehem heimatberechtigt. Dort soll nach prophetischer Weissagung auch der Erlöser geboren werden. Maria muß die beschwerliche Reise von Nazareth nach Bethlehem hinauf (ca. 170 km) in hochschwangerem Zustand antreten.

V 6 - 7: Die Krippe. Zu den Beschwernissen kommt eine neue Not hinzu: Die beiden finden keine Übernachtungsmöglichkeit (vgl. Joh 1, 11). Das weltgeschichtliche Ereignis geschieht in großer Ärmlichkeit. Die Erwähnung der Windeln zeigt: Das göttliche Kind ist wirklich Mensch.

V 8: Die Hirten. Hirten wurden damals verachtet. Sie wurden von den Pharisäern den Zöllnern und Sündern zugerechnet, da sie als Räuber und Betrüger galten. Sie besassen nicht die gleichen Rechte wie die übrigen Bürger; sie durften z. B. vor Gericht nicht als Zeugen aussagen.

V 9: Die Herrlichkeit Gottes. Während Engel manchmal ohne äußerliche Kennzeichen erscheinen, tritt der Engel hier den Hirten im Lichtglanz Gottes gegenüber. Dieses Licht, das die Dunkelheit durchbricht, löst zunächst Furcht aus. Das geschieht immer, wenn der sterbliche und sündhafte Mensch der Heiligkeit Gottes begegnet.

V 10: Die frohe Nachricht. Das beruhigende Fürchtet euch nicht!, das uns oftmals in der Bibel begegnet, besagt: Wo die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird, da weicht die Furcht. Der Engel verkündet, was der fromme Jude ersehnt: Die Erfüllung der Messiasverheißung. Wörtlich sagt der Engel: "Ich evangelisiere", d. h. "ich bringe euch eine frohe Botschaft". Diese große Freude soll dem ganzen Volk Israel gelten, nicht nur den Hirten.

V 11: Der Retter (LÜ: Heiland). Nicht auf übernatürliche Weise ist der Retter erschienen, sondern in menschlicher Schlichtheit, durch Geburt. Das kommt uns nahe in einem doppelten Zuspruch: Für euch und heute.

Der Begriff Heiland war dem Juden vertraut - als Beiname für Gott oder für einen Befreier des Volkes in Not (z. B. Gideon; Ri 6,14). Der römische Kaiser Augustus verstand sich auch als "Retter" mit einem "Evangelium": Auch seine Herrschaft begann mit "der guten Nachricht" eines ewigen Friedensreiches (pax romana). Hier aber steht Heiland einzigartig, unverwechselbar für den Gesalbten Gottes und den Herrn über Israel und alle Menschen. Stadt Davids: Micha 5, 1 wird erfüllt.

V 12: Das Zeichen. Das göttliche Kind kommt den Armen und Verachteten menschlich nahe in seiner Hilfsbedürftigkeit und seinen Lebensbedingungen. Die Hirten verstehen diese Sprache, sie erkennen das Geheimnis. Die Windeln sind Zeichen dafür, dass das Kind wirklich Mensch und kein "fertiger Gott" ist. Es ist auf die Annahme und Pflege durch seine Mutter angewiesen; es muß sich entwickeln wie jedes andere Kind.

Eine Wiege für das Neugeborene besass selbst der ärmste Jude. Aber Jesus muss von Anfang an auf vieles verzichten. Die Krippe stand entweder im Untergeschoss eines Wohnhauses oder in einer Felsenhöhle, wie sie von Hirten bisweilen zur Unterbringung des Viehs benutzt wurde.

V 13 - 14: Das himmlische Heer. Zu diesem großartigen Geschehen, das die Erde verändert, kann auch der Himmel nicht schweigen. Die Engel besingen die Geburt des Retters als geniale Tat Gottes für den gesamten Kosmos.

Friede auf Erden. Der Friede muss nicht mehr herbeigesehnt werden, mit dem Kind in der Krippe hat er begonnen. Dieser Friede kann nicht von Menschen geschaffen werden, er ist politisch nicht machbar. Er ist Geschenk im Kommen Jesu: Jesus ist der personifizierte Friede auf Erden (vgl. Eph 2, 14).

Menschen seines Wohlgefallens. Wem ist die Erfüllung der Verheißung zugedacht? Allen, denn Gottes Wohlgefallen und Liebe sind grenzenlos. Im Kommen Jesu sagt Gott ja zu einer verlorenen Welt - auf einzigartige und vollkommene Weise. Die alten Übersetzungen "Menschen, die guten Willens sind" bzw. "den Menschen ein Wohlgefallen" sind missverständlich.

V 5 - 16: Das Ereignis. Die Hirten warten nicht den Morgen ab. Sie stehen auf und gehen, um die "Rede" (LÜ: die "Geschichte") zu sehen. Gottes Wort ist Ereignis geworden. In der Armut des Kindes vermögen sie die Herrlichkeit Gottes zu erkennen: Dieses Kind kann uns von Unglück und Not erlösen. Welch ein Geschenk des Glaubens!

V 17 - 18: Das Staunen. Die Hirten sind ergriffen und begeistert. Sie glauben, weil sich alles so verhält, wie die Engel gesagt und gesungen haben. Alle im Stall geraten ins Staunen.

V 19: Das Bewegtsein. Maria selbst ist nicht Zeugin der himmlischen Offenbarung. Sie weiß aber um ihren Auftrag aus der Ankündigung des Engels und aus dem prophetischem Wort. Sie behält und bewegt (d. h. verarbeitet, vergleicht) die Worte, die sie gehört hat.

V 20: Die Verwandlung: Es ist die alte Arbeit, die die Hirten wieder aufnehmen, doch sie selbst sind verwandelte, neue Menschen. Diejenigen, die noch nie etwas zu sagen hatten, beginnen zu reden.

bündeln

"Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn" (Gal 4, 4).

Die Verachteten und Armen begreifen die frohe Botschaft zuerst. Gott kommt ihnen in diesem Kind ganz nahe; Jesus wird einer von ihnen.

Gott liebt alle Menschen und will sie nicht dem Verderben preisgeben. Das ist Grund zur Freude.

Mit Jesus Christus kommt der Friede in Person auf die Erde.

Diejenigen, die rechtlich nicht als Zeugen zugelassen sind, werden die ersten Zeugen des Christus-Geschehens.

vertiefen

  1. Was war eigentlich alles erfüllt, als Jesus geboren wurde (Gal 4, 4)? Zum Beispiel alttestamentliche Verheißungen, Zeitumstände ...
  2. Maria bewegten die Erlebnisse. Was bewegt Euch an dieser Geschichte?
  3. Was ist das Besondere an dem Kind? Was wird über Jesus Christus mit dieser Geschichte gesagt?
  4. Weihnachten - der Anfang eines Lebens: Welche roten Fäden ziehen sich von hier aus durch das Leben Jesu Christi?

anwenden

  1. Wo befreit uns die frohe Botschaft von den eigenen Maßstäben und öffnet den Blick für die Armen und Verlorenen heute?
  2. Wir nennen Beispiele aus der Weit und unserer Umgebung: Gegen Macht und Gewalt steht das Liebeshandeln Gottes.
  3. Maria zeigt uns, wie wir mit dem Wort Gottes umgehen sollen: hören, verarbeiten, behalten, befolgen.
  4. Der Friede in dieser Weit ist ohne den Frieden, der höher ist als alle Vernunft (Phil 4, 7), nicht zu bekommen. Stimmt das?
  5. Wir vergessen nicht, Gott für das Geschenk zu danken und zu loben, das er uns mit Jesus, dem Heiland der Wett, gemacht hat.
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Dr. Gyburg Beschnidt; Missionarische Gemeindedienste im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
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